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Angst ist eine instinktive Reaktion auf eingetretene oder zu erwartende Bedrohung. Sie schützt vor Verletzung und Tod und hilft dem Hund sich besser seiner Umwelt anzupassen. Ein Angst erzeugender Reiz wird in der Amygdala verarbeitet und setzt eine Kaskade in Gang, die über Hormonausschüttungen wie unter anderem Adrenalin, Cortisol und Dopamin zu den Angst prägenden Körperreaktionen und dem nach überstandener Angst anschließenden Wohlgefühl führt. Die Reaktionen auf Angst gehen einher mit dem eigentlichen Nutzen des Angstzustandes: der extremen Aufmerksamkeits- und Leistungssteigerung, in die der Körper versetzt wird. Denn er muss auf die drohende, vermeintliche Gefahr blitzschnell richtig reagieren, um das Überleben zu sichern. Flucht oder Angriff? Erstarrung oder Drohung? Da nun aber jeder Hund individuell ist, ist auch seine Reaktion auf „Gefahren“ unterschiedlich stark. Hinzu kommen die sensiblen Phasen, wo die erste mit ca.der 4 Woche beginnt und bis ca. 12 – 16 Woche andauert, und die zweite mit der Pupertät beginnt, und die Individualgeschichte des Welpen/Hundes stark beeinflussen. Unter anderem auch, was das spätere Angstverhalten des Hundes angeht.

Wenn der Welpe hier nicht ausreichend auf die Umwelt (viele verschiedene Dinge, Menschen, Hunde und andere Tiere kennenlernen) sozialisiert wird und positive Erfahrung mit dieser macht, wird er sich später schon von „Kleinigkeiten“ bedroht fühlen und Angst zeigen.
Angst kann aber auch durch andere Faktoren entstehen oder verstärkt werden. So kann es sein, daß ein Hund mit einer bestimmten Situation (Radfahrer fährt vorbei) gleichzeitig Schmerzen (es tritt jemand versehentlich auf den Schwanz vom Hund) empfindet, so kann er diese Situation mit dem Gefühl „Angst“ verknüpfen. Auch später, wenn er keine Schmerzen hat, wird er in ähnlichen Situationen Angst empfinden.
Man sieht, die Vielzahl der Symptome können sehr unterschiedlich sein und körperliche und psychische Ursachen haben.

Auch muß die Angst in verschiedenen Kategorien untergliedert werden. In Furcht, Ängstlichkeit, Angst und Phobie.

Unter Furcht versteht man eine mäßige Verhaltensreaktion, in der sich der Hund noch „planvoll“ mit dem Reiz auseinander setzten kann. Er ist psychisch und körperlich in der Lage, sich dem Reiz zu nähern, um ihn zu erkunden oder zu flüchten. Die Furcht ist für den Hund kontrollierbar.

Die Angst hingegen kontrolliert den Hund. Sie löst eine heftige Verhaltensreaktion aus. Sie mobilisiert die letzten Kraftreserven, bereitet ihn auf Flucht oder Angriff vor (Stressreaktion), engt aber auch gleichzeitig sein Verhalten ein. Im schlimmsten Falle erstarrt der Hund. Oftmals durch falsche oder fehlende Prägung verursacht, mangelt es dem Hund an Strategien zur Bewältigung der äußeren Umgebung. Hier muß man dem Hund die Möglichkeit geben, neue Strategien zu erlernen und Alternativen anbieten.
Symptome wie Speicheln, Hecheln, erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen an den Pfoten, emotional bedingten Harn- und Kotabsatz oder Entleeren der Analbeutel verdeutlichen seinen Zustand.
Angst sollte immer ernst genommen werden. Das gilt auch dann, wenn wir eigentlich wissen, daß sie lächerlich ist.

Eine Phobie zeichnet sich dadurch aus, daß die Reaktion in keinem Verhältnis zum Reiz steht. Sie wird unabhängig von der Intensität des Auslösers sofort in voller Stärke gezeigt. Bei der Phobie hat der Hund eine übermäßige Angst vor Dingen (Objekte, Menschen, andere Hunde, usw.), die eigentlich gar keine Gefahren darstellen und bei denen andere Hunde ohne Phobie keine oder in weit geringerem Maße Angst oder Furcht empfinden. Eine Phobie die nicht oder falsch behandelt wird, kann dagegen recht weitgreifende Folgen haben. Phobien können die fatale Eigenschaft haben, sich zu verselbstständigen und Folgeverhalten zu beeinflussen.

vor Angst urinierender Hund

Ängstlichkeit ist ein andauernder Zustand. Hier hat der Hund gelernt (generalisiert), daß fast alles in seinem Leben bedrohlich ist. Die Ursache hiefür ist, daß beim Hund das Reaktionssystem Angst so häufig hintereinander ausgelöst wurde, dass es nach einer Weile schon bei kleinsten Veränderungen in der alltäglichen Umgebung in Gang gesetzt wird. Bei der generalisierten Angst entwickelt sich oftmals ein unvorhersehbares Aggressionsverhalten (siehe auch Aggressionen), problematisches Verhalten (z.B. Stereotypie), extreme Angst vor neuen, ungewohnten Situationen, Menschen, Tieren oder hat eine erlernte Hilflosigkeit zur Folge.
Solche Hunde zu therapieren ist sehr kompliziert und manchmal sogar unmöglich.

Durch die Angst ist der Hund in seiner Lebensqualität sehr stark eingeschränkt. Auch für den Besitzer ist es oftmals ein Spießrutenlauf, um an allen möglichen Hindernissen vorbeizukommen. Auch die potentielle Gefahr für die Gesellschaft durch aggressives Verhalten ist nicht zu unterschätzen.
Aber was kann man tun, wenn sein Hund Angst hat?
Letztlich läuft jedes Training und jede Verhaltenstherapie für ängstliche Hunde darauf hinaus, dass der Hund weniger sensibel auf seinen Angst auslösenden Reiz reagiert. Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Methoden für solch ein Training, die individuell auf die speziellen Ängste und die Lebenssituation des Hundes abgestimmt sein müssen.

Gehen Sie diesen Reizen vorerst möglichst aus dem Weg und ersparen Sie ihrem Hund erst mal den Stress, da eine Verkettung von unglücklichen Situationen oftmals zum Gegenteil führt. Sie merken nicht immer, welche Dinge er miteinander verknüpft, und manchmal befinden sie sich auch außerhalb ihrer Wahrnehmungsmöglichkeiten (Geräusche, Gerüche). Es gehört viel Hintergrundwissen und Erfahrung dazu, einen ängstlichen Hund zu desensibilisieren, ohne dabei unbeabsichtigt das Gegenteil zu erreichen. Vergessen Sie Tipps wie „Da muss er durch!“ oder „Da muss er sich dran gewöhnen!“. Wirklich rücksichtsvoll und konstruktiv ist es, wenn Sie Problemsituationen behutsam angehen und Ihrem vierbeinigen Gefährten erst einmal die nötige Sicherheit geben. Dadurch schaffen Sie bessere Bedingungen für eine Verhaltenänderung.

Wenn Sie einen ängstlichen Hund haben, sprechen Sie uns an. Lassen Sie nicht zuviel Zeit verstreichen, da sich das Problem nicht von alleine lösen wird. Wir helfen Ihnen gern mit unserer Erfahrung und unserem Wissen, um die Lebensqualität ihres Hundes wieder zu erhöhen.