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Stechmücke als Überträger


Die Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) ist eine schwere und möglicherweise tödlich verlaufende Krankheit. Sie wird durch den Wurm Dirofilaria immitis ausgelöst. Herzwürmer werden im Herz und in den grossen Gefässen rund um das Herz gefunden. Der weibliche Wurm ist 2,3 bis 5,5 cm lang und 5 mm breit. Das Männchen ist halb so gross wie das Weibchen. Ein Hund kann bis zu 300 Würmer haben. Erwachsene Herzwürmer leben im Herz und in den Lungenarterien der infizierten Hunde. Sie wurden auch in anderen Körpergegenden gefunden, was aber nicht die Regel ist. Sie haben eine Lebensdauer von 5 Jahren. Während dieser Zeit produziert das Weibchen Millionen von jungen Würmern (Mikrofilaria). Diese Mikrofilarien leben im Blutstrom, vor allem in den kleinen Blutgefässen. Die unreifen Herzwürmer können ihren Lebenszyklus nicht im Hund vollenden. Die restlichen Stadien ihrer Entwicklung müssen sie in einer Stechfliege (Moskito) vollenden. Die Mikrofilarien sind aber nicht infektiös für den Hund, obwohl sie Probleme verursachen. Es gibt ca. 30-60 Moskitoarten, die die Herzwürmer übertragen können. Der weibliche Moskito sticht einen infizierten Hund und nimmt während der Blutaufnahme ebenfalls die Mikrofilarien auf. Diese entwickeln sich während 10 bis 30 Tagen im Moskito weiter und wandern dann in die Mundgegend des Insekts.

Zu diesem Zeitpunkt werden die Mikrofilarien infektiöse Larven genannt, da sie sich im Hund zu erwachsenen Würmern entwickeln können. Der Moskito sticht den Hund dort, wo das Haarkleid am dünnsten ist. Allerdings schützt ein langes Haarkleid nicht vor einer Infektion. Nach ihrer vollständigen Entwicklung wandern die Larven über den Blutstrom zum Herzen und den angrenzenden grossen Gefässen, wo sie in 2 bis 3 Monaten geschlechtsreif werden und neue Mikrofilarien produzieren. Damit ist ihr Lebenszyklus abgeschlossen.



Herzwurmerkrankungen beim Hund kommen auf der ganzen Welt vor. Das größte Infektionsrisiko besteht in Europa und in den Mittelmeerländern. Die italienische Poebene weist mit 95% die höchste Prävalenz für Dirofilarose weltweit auf. Auf den Kanarischen Inseln La Palma sind 32% und auf Teneriffa 61% der Hunde infiziert. Weitere Vorkommen in den USA und Ungarn.

Die Krankheit kann nicht direkt von Hund zu Hund übertragen. Immer wird ein Zwischenwirt, der Moskito, für die Verbreitung benötigt. Deshalb fällt die Hauptverbreitungszeit der Krankheit zusammen mit der Hauptflugzeit der Moskitos. Die Zahl der infizierten Hunde und die Länge der Moskitosaison in jeder untersuchten Gegend zeigen einen direkten Zusammenhang. In Deutschland und in der Schweiz ist diese Krankheit (noch) kein grosses Problem, da der Überträger Moskito hier keine annehmbaren Lebensbedingungen vorfindet.
Es dauert einige Jahre, bevor Hunde erkennbare Zeichen einer Infektion zeigen. Deshalb wird die Krankheit zumeist erst bei Hunden festgestellt, die 4 bis 8 Jahre alt sind. Die Krankheit wird selten bei Hunden unter einem Jahr festgestellt, da die Larven bis zu 7 Monaten brauchen, um geschlechtsreif zu werden, nachdem sie einen Hund infiziert haben.

Erwachsene Würmer sind krankheitsauslösend, indem sie das Herz und die grossen vom Herz abgehenden Gefässe verstopfen. Sie behindern die Herzklappen in ihrer Funktion. Durch die Verstopfung der Hauptblutgefässe wird die Blutzufuhr zu anderen Organen des Körpers (besonders zu den Lungen, der Leber und den Nieren) reduziert und so eine Funktionsverschlechterung bewirkt.
Die meisten mit Herzwürmern infizierten Hunde zeigen in den ersten zwei Jahren keine Krankheitssymptome. Leider ist beim Auftreten der ersten Symptome die Krankheit schon weit fortgeschritten. Die Schwere und Art der Symptome hängen von der Anzahl der erwachsenen Würmern, von ihrer Lokalisation, der Dauer der Anwesenheit der Würmer und dem Ausmass des Schadens an Herz, Lunge, Leber und Nieren ab.
Die offensichtlichsten Symptome sind: Ein milder, trockener, chronischer Husten, verkürztes Atmung, Schwäche, Nervosität, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. All diese Symptome verstärken sich nach Anstrengung. Manche Hunde fallen sogar in Ohnmacht.
Beim Abhören des Brustkorbes mit einem Stethoskop werden oft veränderte Lungen- und Herzgeräusche wahrgenommen. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu einer Herzinsuffizienz kommen und sich im Bauchraum und in den Beinen Flüssigkeit ansammeln (Ödeme). Es kann auch Hinweise auf Gewichtsverlust, schlechte Kondition und Anämie (Blutarmut) geben.
Hochgradig infizierte Hunde können plötzlich während einer Anstrengung oder Aufregung sterben.